22.07.2009
Bundeswehr in Afghanistan an Kämpfen gegen Taliban beteiligt
Gemeinsam mit afghanischen Sicherheitskräften hat die Bundeswehr in Nordafghanistan eine Offensive gegen die radikalislamischen Taliban gestartet. An den Kämpfen im Raum Kundus im Norden Afghanistans seien rund 300 Bundeswehrsoldaten beteiligt, sagte Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan in Berlin. Vertreter der Opposition forderten Änderungen beim -Einsatz bis hin zum Abzug der Bundeswehr. Im Norden Afghanistans wurden unterdessen bei Gefechten und einem Raketenangriff bis zu zwei Dutzend Menschen getötet.Den Verletzten in Pakistan helfen - auf allen ... Video abspielenDen Verletzten in Pakistan helfen - auf allen ... Video abspielenBild vergrößernSchneiderhan hob ebenso wie Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hervor, dass diese "Detailoperation" nicht von Deutschland, sondern von den Afghanen geführt werde. Ob die Offensive wie geplant in einer Woche beendet werden könne, liege nicht in der Hand der Bundeswehr, sagte der Generalinspekteur. Ziel sei es, wieder "Kontrolle über den Raum" zu bekommen. Jung sagte, die Bundeswehr werde derzeit im Raum Kundus besonders herausgefordert und müsse "in ganz konkreten Kampfsituationen" bestehen.Seit März hätten die Aufständischen ihre Taktik von reinen Sprengstoffanschlägen zu einem "eher militärischen Verhalten" geändert, sagte Schneiderhan. Deswege
n müssten nun alle Möglichkeiten zur Abschreckung genutzt werden. Zeitlicher Hintergrund seien die bevorstehenden Wahlen in Afghanistan in rund einem Monat, erläuterte er.Nach Informationen von "Spiegel Online" kamen bei der ISAF-Großoffensive erstmals scharfe Waffen aus der Luft zum Einsatz. Die Bundeswehr habe den Bundestag vertraulich unterrichtet, dass am Sonntag fünf mutmaßliche Taliban durch Bomben und Bordfeuer von ISAF-Kampfjets getötet worden seien.Angesichts der Offensive forderte der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei klarere Zielvorgaben für den Afghanistan-Einsatz. Die Politiker hätten das Ausmaß der Aufgabe dort unterschätzt, sagte er im ZDF. Linksfraktionschef Oskar Lafontaine verlangte den sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte Handelsblatt.com, ein "Zurückweichen" führe weder zu einem Ende der Gewalt noch zu einer verminderten Terrorgefahr in Deutschland.Bei einem Raketenangriff radikalislamischer Aufständischer wurden unterdessen in der Provinz Kundus 14 Zivilisten "getötet oder verletzt", wie Provinzgouverneur Mohammed Omar sagte. Örtliche Medien berichteten von elf getöteten Zivilisten. Im Schahar-Dara-Bezirk von Kundus wurden laut Omar 13 Aufständische bei Kämpfen mit einheimischen Truppen getötet.


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